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Was ist Homöopathie

Der Begründer der klassischen Homöopathie, Samuel Hahnemann, wurde am 10. April 1755 in Meißen geboren. Als praktizierender Arzt widmete er sich der Übersetzung medizinischer Schriften. Nach der Lektüre eines medizinischen Buches über Chinarinde (ein damaliges Mittel gegen Wechselfieber, wie es die Malaria hervorruft) entdeckte er 1789 die "Ähnlichkeitsregel". In einem Selbstversuch stellte er fest, dass er als Gesunder bei Einnahme der Chinarinde malariaähnliche Symptome entwickelte, wie sie der Kranke hat, bei dem die Chinarinde heilend wirkt.

Dieses Experiment gilt als Geburtsstunde der Homöopathie.

"Similia similibus curentur" - Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Sol lautete dann auch der Leitsatz Samuel Hahnemanns.

Ein weiteres Beispiel ist Alium cepa- die ganz gewöhnliche Küchenzwiebel.

Welche körperlichen Symptome bekommen wir, wenn wir eine Zwiebel schälen?

Es sind: tränende Augen und eine laufende Nase. Zusätzlich verspüren wir den Drang an die frische Luft zu gehen - da das unsere Symptome lindert.

In der Homöopathie wird dieses Mittel zum Beispiel bei der Behandlung einer Erkältung mit genau diesen Krankheitszeichen eingesetzt: tränende Augen, laufende Nase und Besserung an der frischen Luft.

Die Symptome, die eine Arznei bei einem gesunden Menschen auslösen, sollten nach Hahnemann denen des Kranken so ähnlich wie möglich sein. Denn dann werde auch die bestmöglichste und schnellste Wirkung erzielt.

Bei der Weiterentwicklung der Homöopathie machte Hahnemann eine entscheidende Entdeckung. Da es sich teilweise um giftige Substanzen handelte, verdünnte er den Ausgangsstoff in einer Lösung, denn er wollte eine Überreaktion bei der erkrankten Person verhindern. Später stellte er fest, dass die Reaktion auf ein Mittel stärker war, je höher die Substanz verdünnt wurde.

Hahnemann perfektionierte diesen Vorgang, den er dann Potenzierung oder auch Dynamisierung nannte.

Bis heute wird dieses Verfahren noch so angewandt.

Vereinfacht dargestellt funktioniert es folgendermaßen:

Ein Teil unseres Ausgangsstoffes, z.B. die Küchenzwiebel, wird mit neun Teilen Verdünnungsmittel wie Alkohol oder Milchzucker verschüttelt bzw. verrieben. Man erhält die sogenannte Dezimal-Potenz -D1 (D-Potenz, 1:10).

Neben den Dezimalpotenzen kennen wir in der Homöoapthie auch die Centesimal- (C-Potenzen, 1:100) sowie die Q- oder LM-Potenzen (1:50.000).